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Hinnerk Krohn sien Sweetkur

Fiete Lüttenhus schrift: Hinnerk Krohn sien Sweetkur In de Achderstuuw von Hinnerk Krohn sien'n Gasthoff seeten eenmol in de Woch, jeden Mittwochobend, de veer Dokters von de Stadt tosoom'n, speelten Korten oder Schach, un dor se all Veer een teemlich dröge Lebber harrn, drunken se dorbi son half Dutzend Buddel Wien, oftmols ok mehr ut. Se weern den'n Wirt sien besten Kunn' un ümmer to'n spoßen opgeleggt. Mit een Wort: se weern een krüzfideles Krut. De Wien, den'n de Wirt ehr vörsett, weer ümmer de beste Sorte west, dorin müß he sick ok vörsehn, denn de Dokters weern all' Wienkenners, un op'n Pries keumt nich an. Dat letzte Mol ober weern se mit den'n Wien gornich tofreden; et weer dat reinste Bickbeerwoder, suur as Essig seeden se. Son slechten Wien harrn se noch nich hatt. „Kollegen", seed Doktor Berg, dieser Krätzer hier will gerochen sein! Der niederträchtige Kerl, dieser Krohn, soll des Safts gedenken. Ich schwöre, daß wir ihm dies Gesöff grimmig eintränken werden. Eenige Obende dorop bereed sick de Veer, ehr'n Gast- und Stammwirt Krohn een'n Streich to speeln. Den'n Mittwoch dornoh steiht de Wirt vör't op'ne Finster un kickt'n beten in't Wedder. Dor kümmt Doker Berg in de Döör. Krohn dreiht sick no em um, de Dokter stutzt un röppt, „na, was fehlt Ihnen denn?" „Wieso?" fröggt Krohn. De Doktor kickt em scharp in't Gesich un seggt: „Verfluchte Farbe haben Sie ja. Hm, dies gefällt mir garnicht. Fühlen Sie sich im ganzen wohl?" „O wat", seeggt Krohn, „ick feuhl mi ganz gesund, mi fehlt ok nich de Spur". Nun, um so besser ist's für Sie. Ist Dokter Jens schon hier?" ,,Ne“ seggt de Wirt. „Hab' mir's gleich gedacht, daß ich der Erste bin“, brummt Dokter Berg, un dormit geiht he in de Achder-stuuw rin. Dat duurt nich langn, kümmt Dokter Jens in de Döör un kuum dat he den'n Wirt süht, stutzt he ok, geiht op em to un fröggt em, „sind Sie krank?" „Dat ick nich wüß, wie meen'n Se dat? Ick feuhl mi ganz woll. Dokter Berg hett mi ok all froogt". Der also auch. So, so". De Dokter schüttelt mit'n Kopp un röppt den'n Kellner to, de just vörbigung, „Franz, für mich eine Flasche Moselwein", un geiht in de Achderstuuw rin no Dokter Berg. De Kellner bröch den'n Wien rin, un as he wedder rut kummt, fröggt de Wirt, „Franz, segg mol, seh ick woll krank ut, heff ick'n slechte Klöör?" „Ne Herr, ick kann nicks sehn. Blot, as ick jemm den'n Wien rinbröch, seed Dr. Berg, mit Ihn'n weer dat'n ganz slimmen Fall, he nenn ok de Krankheit, dat weer so'n latienschen Noom`n". „Latienschen Noom`n, wat seggs Du dor? — Ih, Dunnerslag! Denn loop doch snell mol no mien Froo, se is in de Köök, un segg ehr, se sull. mol herkoom'n". Froo Krohn denkt wunner, wat dor los is, un fröggt em, wat he von ehr will. „Kiek mi mol genau an", seggt he, „hauptsächlich in't Gesich. Fallt Di nicks op an mi?" — „Ick gleuw, Du hest'n Vogel'', seggt se, dat rappelt wedder bi Di. Wat dat an Di woll to kieken gifft". „Froo, lot Di seggen, de Doktors meent, ick weer krank un harr son slechte Klöör". „Ih, snack doch nich", seggt Froo Krohn, un kickt ehrn Mann genau an, „an Di is nicks to sehn. De Dokters sünd verrückt!" „Ich danke für das Kompliment!" reep: Doker Fett, de grood in de Döör keum. „Och, entschuldigen Se, Herr Dokter",seed Froo Krohn, „so weer dat nich meent, et fohr mi man so rut. -Mien Ool, de dröhnt all wedder". Nun,, ich weiß, ich weiß, es ist schon gut", seggt de Dokter. Mit'n Mol ober krigg he denn Wirt sien Puls tofoten kickt em ok in`t Gesich un seggt, „mein Gott, wie sehn Sie denn aus, Herr Krohn, fehlt Ihnen was?" „Da heurs Du et doch selber, Froo", seggt Krohn, un ward för Angst un Schreck ganz blaß utsehn. „Sie fühlen sich wohl krank", seggt de Dokter. „Je, ick weet et sülber nich, Schmerzen heff ick grod nich, ober mi is doch nich so as dat sien sall". ,,Och, Herr Dokter", seggt Froo Krohn, „he hett immer gliek so'n Angst, he meent ümmer, he mutt gliek dotbliewen. Wenn he mol hosten deit, billt he sick in, he hett de Swindsucht". „Frau Krohn, Vorsicht kann nie schaden. Der Krankheitskeim steckt oft schon im Menschen, wo das Auge des Laien noch nichts entdeckt. Vor allem warm halten, Herr Krohn, und nicht an die Luft gehen, hören Sie, Ihre Gesichtsfarbe ist mir doch zu verdächtig". Dormit .geiht de Dokter no de Achderstuuw rin. Froo Krohn ward nu ok all son beten ängslich, un seggt to ehrn Mann, „vor alln goh dor mol von dat tochige Finster weg. Sett Di in'n Lehnstohl, dor sitts Du warm. Kumm, mien Jung". As he dat deit, hoolt se em snell noch'n warme Deeck, un wickelt se em üm Kneen un Feut. As se dat mokt hett, seggt he, „wenn Dokter Seip kummt, schick em her, to den'n heff ick mehr Vertroon as to de annern, dat is de Kleukste von de Veer. De seggt mi gliek, wat mi fehln deit". Kuum het he dat seggt, dor kummt de veerte, de Dokter Seip, all in de Döör. „Dat is god, Herr Dokter, dat Se koom`n", red' Froo Krohn em gliek an, „wi ward dor nich mehr ut klook". „Was gibts denn?" „Je, mien Mann de feuhlt sick egentlich gornich god". „Ach ne", stöhnt Krohn dormang. „Herr Krohn", seggt de Dokter un kickt em an, „Sie sind ernstlich krank. Das sehe ich schon ohne Sie erst zu untersuchen". „Ick gleuw dat ok". „Na, stecken Sie mal die Zunge heraus. — Es ist so, wie ich es mir gedacht habe, die ist ja total belegt, sieht ja scheußlich aus. Sie müssen sofort ins Bett! Und Sie, Frau Krohn, kochen Ihrem Mann Haferschleim, ein bischen sehmig und dick, als wenn sie Tischlerleim anrühren. Nichts anderes darf er zu sich nehmen. Wenn er etwas trinken will, geben Sie ihm Kamillentee, recht kräftig gebrüht". Krohn ward to Bett bröcht. De Dokter geiht no achdern, wo em sien Kollegen gliek frogen doht, wie dat steiht. „Er frißt Haferschleim und säuft Kamillentee!" röppt Dokter Seip. „Der Krohn is doch ein total verrückter Kerl, hält sich für krank, wo er ganz gesund ist". „Die Strafe ist gerecht", röppt dor Dokter Berg. „Jawohl", seggt ok Doktor Seip, „drei Tage soll er schwitzen, daß es knackt. Kollegen, so soll es sein!" Un dreemool veeruntwindig Stun'n leeg Krohn to Bett un muß sweten, dat em dat Woder von' Kopp leck as wie son Dackrön'n. Dor endlich, verschreben em de Dokters twee Pund Schinken un'n Buddel Rotwien, un denn hett sick sien sweere Krankheit ok gliek geben. 'n halv Johr hett dat durt, bitt de Wirt toweten kreeg, worum he to Bett müßt un Kamellntee slappt harr. Weer später sien Wien mol wedder slecht, denn seeden de Dokters: „Dat ward hoge Tied, Krohn mutt mol wedder sweeten“.
12.7.14 19:10
 


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