Plattdeutsch von F.Schnoor
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Jochen will Beamter warrn

Jochen will Beamter warrn Dat gifft son ooles Sprickwort, dat heet: „Sage mir, mit wem Du umgehst, dann sage ich Dir, wer Du bist“. Wenn man nu johrut, johrin wider keen'n Uemgang hett, as Jochen Buh- mann dat hatt harr, de mit Goosheuden an- fung'n weer, denn de Swien heud harr, un sick toletzt bit to de Schoop un Keuh hocharbeit' harr, denn is dat ok nich to verwunnern, dat nich alltoveel Gripps in Jochen sien`n dicken Kopp rinnkoom'n weer. Nu is dat jo ober meistens so, dat grod de Dummsten an'n dullsten an Inbillung lieden doot un sick för höllsch klook hollt. So weer dat ok mit unsen Jochen. He harr sick all lang`n för to schood holln, sick mir dat ool dämliche Veehtüch länger afftogeben. He wull wat Högers, he wull bie de Isenbohn un wull Beamter warrn. As dor letzt in de Zeitung stohn harr, dat dor een Weekensteller söcht wör, un Jochen dit to weeten, kregen harr, löt em dat keen Roh mehr länger, he güng henn un mell sick bie den'n Bohnenspekter. As düsse em to Gesich kreeg, keek he em scharp an, grien son beten un schüttel mit'n Kopp. „Also, Sie wollen gerne Weichensteller bei uns werden“, seed he denn to Jochen, „wie ist denn Ihr Name?“ „Jochen Buhmann heet ick, un bünn all lange Johrn in'n Deenst op'n Hoff in Hanschendörp. Mien Vadder weer dor freu- her ok as Kutscher in Stellung, un as ick ut de School keum, meen he -“ „Schon gut", ünnerbrök em de Enspekter, das will ich alles gar nicht wissen. Vor allem sage ich Ihnen gleich, daß wir für diesen Po- sten, um den Sie sich bewerben, nur einen Mann gebrauchen können, der auch ein wenig Schulkenntnisse besitzt. Viel verlangen wir ge- rade nicht: Lesen, Schreiben und Rechnen aber muß er einigermaßen können. Versuchen wir es darum zuerst mit dem Lesen. Lesen können Sie doch, nicht wahr?“ „]awoll, Herr Enspekter“. seggt Jochen, „das will ich meinen". „Dann nehmen Sie dies Buch und lesen mir mal etwas draus vor“, un denn geef he em een Book mang de Knöbel, un Jochen füng an to bookstobeern. „Mein Gott!“ reep de Enspekter mit'nmol un sprüng von'n Stohl op, „Sie hal- ten das Buch ja verkehrr rum!" „Harrjeh!“ reep Jochen, „dat is jo ok wohr“, un will nu dat Book fix rümdreihn. Ober dor seggt de Enspekter, „lassen Sie man, es ist gut“. Na, denkt Jochen, wenn't god is, denn het em dat jo gefulln“, un gifft em dat Book to- rüch. „Nun wollen wir es mal mit dem Schrei- ben sehn. Hier haben Sie Papier und Feder- halter, schreiben Sie mal Ihren Namen auf das Papier". Je, dat weer nu so`n Sook." Mit de Meßfork wüß Jochen woll ümtogohn, ober Schriefgeschirr harr he siet sien Schooltied, un dat weer all`n beten lang'n her, noch nich wedder in de Pooten hadd. Dat weer denn ok keen Wunner, dat gliek 'n poor grote Kleckse op't Papier keum'n, de Jochen ober forts aff- licken deh. Sien'n Nomen to schrieben, dat weer doch gornich so eenfach, man kunn licht 'n poor Bookstoben toveel op't Papier kriegen. Dorför müß Jochen sick wohrn. „Ne“, dach he, „leeber weniger as toveel“, un mool denn ok richdig mit Bookstoben, de keen Swien lesen künn, sien`n Nomen henn. „Nanu“, seed de Enspekter, as Jochen mit sien Schriefkunst farig weer, un he sick de Hyroglyphen ankeek, „ich meine, Sie heißen Joachim Buhmann, und Sie schreiben: Jogen Bumann“. „Dat woll", seggt Jochen, „ober dat kümmt op`n poor Bookstoben nich op an“. „Ihnen nicht, aber mir“, seed de Enspekter, „na, es ist gut! Nun wollen wir es mit, dem Rechnen probieren. „Wieviel ist die Hälfte von fünf?“ „Dunnernarrn“, dach Jochen, „nu hest du in't Lesen un Schrieben god hadd, nu krigg dat Oos di villicht toletzt doch noch bie dat ver- dreihte Reken tofoten. Twee is to wenig un dree wedder toveel. Ober beder is beder, segg leeber 'n beten mehr. Düsse Kerls köönt den`n Hals nich vull nog kriegen“. Un Jochen seggt denn ok richdig „dree“. „Also, drei ist die Hälfte von fünf“. seggt de Enspekter, „das genügt!“ Dormit mokt he de Döör op un seggt, „die Prüfung ist beendet, Sie können gehn“, un Jochen weer buten. As he obends mit de Knechts, de mit em to- soom'n op'n Hoff deen'n dehn, in'n Krog seet, un se em frogen dehn, wie dat mit de Prüfung west weer, un ob he se bestohn harr, vertell Jochen, de Prüfung weer bannig sweer west. De Enspekter harr sick blot wunnert, dat he noch op'n Dörpen weer un op een'n Hoff deen'n deh. He harr to em seggt: he mit sien`n kloken Kopp harr all lang'n Beamter sien müßt. In`t Lesen un Schrieben harr he de Prü- fung mit „god“ bestohn, un in't Reken mit „ge nügend“. Dat süll em eers mol eener nohmoken. De Knechts reeten dat Muul sparrwied op un meen'n, dor kün'n se sick jo All' wat op in- billn. De Grotknecht ober sleug em op de Schuller un reep, „lot uns gode Frünn blieben, Jochen, ick heff dat all ümmer seggt, dat in Di wat Besonners steken deit, ober nu gleuf ick fast doran, dat ut Di noch mol ganz wat Gro- tes ward". Op den'n Bescheed ober, dat he bie de Isenbohn anstellt warrn sull, teuwt Jochen hüüt noch. Friedrich Schnoor 1951
12.4.14 18:44
 


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